Die Geschichte der Schule

Kleine Geschichte der „Harald Godai – Volksschule“ in  St. Andrä-Wördern:

Am 1. September 1986 versammelten sich erstmals alle Eltern, Kinder und Lehrer vor der neuen Volksschule. Es war dies ein ganz besonderer Schulbeginn für alle.

Am 17. Dezember 1982 wurde der Bau einer neuen achtklassigen Volksschule vom Gemeinderat beschlossen. Jahrelang herrschte Platznot, der Turnsaal der Hauptschule musste mitbenützt werden. Einige Jahre wurde sogar eine Expositurklasse in der bereits geschlossenen Volksschule in Hintersdorf geführt.

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Das alte Schulgebäude steht unter Denkmalschutz und bot viele Jahre lang Platz für die Musikschule (Leitung Prof. Adolf Schnürl), den Musik- und Gesangsverein St. Andrä-Wördern und den Schülerhort. In Würdigung der Verdienste von Direktor Oberschulrat Harald Godai wurde entschieden, der neuen Volksschule dessen Namen zu geben.

Wer war nun Harald Godai?

OSR Harald Godai war 30 Jahre lang (von 1946 – 1976) an der zweiklassigen Volksschule in Hintersdorf Lehrer und Schulleiter. In einem Klassenraum wurden jeweils vier Schulstufen unterrichtet (Abteilungsunterricht).

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Der begnadete Pädagoge bemühte sich von Anfang an, die ihm anvertrauten Kinder möglichst individuell und differenziert zu unterrichten – Anforderungen, die auch an den modernen Unterricht heute gestellt werden.

So entwickelte er die „Tonbandmethode“, die ermöglichte, dass alle Kinder altersgemäß und nach ihren Bedürfnissen mit dem Lehrstoff vertraut zu machen. Mit den damaligen Möglichkeiten der Technik wurden Lehrplaninhalte über Tonbänder angeboten, jedes Kind war mit einem eigenen Kopfhörer versorgt. Godai gestaltete Arbeitsmappen, die diesen Unterricht ergänzten. So konnten vier Schulstufen im Raum parallel unterrichtet werden, eine neue Möglichkeit den Abteilungsunterricht effizient zu gestalten war geschaffen. Godais Ausbildung als Funker im 2. Weltkrieg war Grundvoraussetzung für die Umsetzung seiner innovativen Ideen. Im Fremdsprachenunterricht wurde auf diese Weise die Idee des „Sprachlabors“ in der kleinen Schule im Wienerwald umgesetzt.

Lehrer aus dem In- und Ausland besuchten seine Schule in Hintersdorf, um sich über diese neue medienunterstützte Unterrichtsmethode zu informieren. Ein neues Schulgebäude mit angeschlossenem Turnsaal wurde in den 70er-Jahren errichtet, in dem heute der zweigruppige Landeskindergarten untergebracht ist. Als niedrigorganisierten Schulen per Schulgesetz geschlossen wurden, galt dies auch für die Volksschule Hintersdorf – ein Schicksalsschlag für den innovativen Lehrer Godai, der sich ganz dem Abteilungsunterricht der Kleinschule verschrieben hatte. Harald Godai war danach fünf Jahre lang Schulleiter an der Volksschule in Tulbing und vom 1. Februar 1981 bis zu seinem frühzeitigen Tod am 13. Juni 1982 Leiter der Volksschule St. Andrä-Wördern.

Die nach ihm benannte „Harald-Godai-Volksschule“ wurde am 25. Oktober 1986 feierlich eröffnet. Ab dem 5. September 1988 konnte auch der neue große Turnsaal in Betrieb genommen werden.

Da ab 1990 die Schülerzahlen kontinuierlich anstiegen, musste an einen Zubau gedacht werden. 1996 wurde mit dem Bau begonnen, am 2. September 1997 konnte der Neubau bezogen werden. Eröffnet wurden diese acht neuen Räume am 21. Juni 1997. Endlich war für alle Eventualitäten vorgesorgt, auch der Schülerhort (Kinderhaus der Volkshilfe) konnte nun in das Gebäude einziehen.

 

OSR Werner Schuch war 1982 – 2006 Leiter der Volksschule.

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Die Leseerziehung war OSR Schuch in den Jahren seines langen Wirkens in der Volksschule stets ein besonderes Anliegen.
In zahlreichen Veranstaltungen und aufwändig gestalteten „Leseolympiaden“ rückte er die Wichtigkeit des sinn erfassenden Lesens als wesentliche Vorausstzung für lebenslanges Lernen ins Zentrum. Das spielerische Lernen zur Steigerung der Lernmotivation war im ebenfalls ein großes Anliegen. Unter seiner Leitung wurde die Schule mit zahlreichen modernen Unterrichtsmaterialien ausgestattet.

Seit 1985 wurden immer wieder Vorschulklassen geführt: Kindern, die noch nicht die volle Schulreife erlangt haben, sollte ein adäquater Einstieg ins Schulleben gewährt werden. Im August 2006 trat OSR Schuch in den wohlverdienten Ruhestand über.

 

VD OSR Karin Hansal übernahm im September 2006 die Leitung der Schule.

Karin Hansal war Schülerin Harald Godais, die ersten Dienstjahre als Lehrerin durfte sie unter seiner Leitung an der Volksschule in Tulbing verbringen. Auch in der Expositurklasse in Hintersdorf war sie tätig. Danach unterrichtete sie viele Jahre lang an der Volksschule St. Andrä-Wördern, wo sie 1985 erstmalig den Schulversuch „Vorschulklasse“ betreute. Nach einigen Jahren als Schulleiterin an den Volksschulen Langenlebarn (1998 – 2003) und  Zeiselmauer (2003 – 2006) folgte sie OSR Werner Schuch als Leiterin der „Harald-Godai-Volksschule“ nach.

Pädagogische Schulentwicklung, die Umsetzung von Schulversuchen (Mehrstufenklasse, alternative Beurteilungsformen) und die Idee der Individualisierung und Differenzierung im Unterricht sind OSR Hansal ein großes Anliegen. Seit 2003 lenkt Karin Hansal auch die Agenden der Lehrerfortbildung im Bezirk Tulln (BLAG), seit 2006 ist sie für die Koordination von Fortbildungsveranstaltungen in der gesamten Region NÖ Mitte verantwortlich. In enger Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule NÖ finden immer wieder interessante Seminare im Schulhaus statt.

Vorraussetzung dafür war der neuerliche Um- und Zubau der Volksschule im Schuljahr 2009/10. Die Musikschule wurde im Haus integriert (Leitung Dir. Gottfried Brunnbauer), Vereine, Chöre und die Volkshochschule finden Platz in den neuen Räumen.

Spatenstich für den Um- und Zubau der Volksschule: Architekt DI Gottfried Bures, GGR Astrid Pillmayer, Bürgermeister Alfred Stachelberger, OSR Karin Hansal

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Unsere Schule

Unser Schulhaus ist hell, geräumig und großzügig ausgestattet:
Nach den Plänen von Architekt DI Gottfried Buresch wurde die Volksschule großzügig erweitert, die feierliche Eröffnung fand am 17. Februar 2010 statt.

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Neue Klassen, Räume für die Musikschule, vor allem aber ein Veranstaltungszentrum (Musikschulsaal) wurden geschaffen.

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Die neuen Räume wurden multifunktional geplant, ein Bewegungsraum und die Schulküche stehen der Volksschule, der Musikschule, der Volkshochschule und den Vereinen zur Verfügung.

Der neue EDV-Raum eröffnet dem Lehrerteam neue Möglichkeiten.

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Die Außenanlage der Volksschule wurde nach den Plänen von DI Rudolf Wagner vom NÖ Spielplatzbüro und unter Einbeziehung der Ideen und Wünsche der Kinder neu gestaltet und es enstand ein naturnaher Schulfreiraum.

Unser Dank gilt GGR Astrid Pillmayer und dem Team unseres Elternvereins, die alle Projekte der letzten Jahre engagiert begleitet und unterstützt haben.

Gartenplan